1.7.-3.7.20`: Magdeburg bis Italien

Am 30. Juni 2020 fuhren Freunde und Ich in ein Hotel nach Hessen, um von dort aus für die anstehende Lage operieren zu können. Auf dem Weg dorthin konnten wir bereits Leuchtende Nachtwolken ablichten :) Nach unserer Übernachtung stellten wir fest, dass wir weiter nach Nordosten müssen, um etwas vor gewittriges vor die Linse zu bekommen. gesagt - getan. Wir verlagerten Richtung Ost und dann nach Nord, um eine Zelle, kommend aus Hildesheim, abzufangen. Dies gelang uns dann westlich von Magdeburg bei Niederndodeleben. Ziemlich schnell kam uns eine Linie, mit vermutlich eingebetteten Mesozyklonen entgegen. zunächst gab es eine Shelfcloud, und dann eine gewaltige Absenkung, aus der ein "Röhren" hörbar war. Ich startete noch einen Zeitraffer mit 50 Bildern, doch bei Bild 8 war bereits Ende: Die Front war direkt vor uns, und das Röhren wurde lauter - so dass ich abbaute und zum Auto zurück lief. Meine Freunde kamen mir unmittelbar nach. Als ich mich umdrehte, meinte ich, einen Trichter-Ansatz gesehen zu haben - und machte ein Bild vom Parkplatz. Sofort setzte Hagel und Sturm sowie starker Regen ein, und wir fuhren vom Feldweg ins Dorf, und dann nach Süden. Unterwegs kamen uns Schwere Mülltonnen entgegen geflogen. Wir fuhren einige Stunden allgemein nach Süden, um nach Nürnberg zu kommen. fast angekommen, bemerkten wir die Onlineausgabe: https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/grosseinsatz-unwetter-sorgt-fuer-schaeden-in-magdeburg  in der von Schäden gesprochen wird, und zwar ziemlich nah ab unseren Standort nordwestlich! Die Beschreibung definiert gar einen "kleinen Tornado", weshalb wir hiermit einen T-Verdacht erstellen. Leider befanden wir uns schon soweit weg, sonst hätten wir die Schäden gewiss dokumentiert! Anbei auch eine Karte von GoogleMaps, die unseren Standort zeigt und die Schäden. Das ganze geschah 18:52 Uhr. Kurz vor unserem Hotel in Windsbach gingen noch einige Gewitter hoch, so dass noch Blitzbilder entstanden sind ;) Dann ging es zur Ruh.

Am Folgetag kam ich fast nicht aus dem Bett - aber viel Euphorie nach einem Blick um 11 Uhr auf das Radar verhalf mir hoch. Eine Linie entwickelte sich direkt bei uns, und zog nach Südost! Also ging es direkt on the Road. Mehrmals konnten wir uns vor diese Linie setzen, die eigentlich erst Nachmittags für Zellen sorgen sollte. Beim ersten mal konnten wir eine relativ ansehnliche Böenfront festhalten, und beim 2. mal war mehr eine grüne Pampe ohne Struktur vor uns :D Also ließen wir ab, da der Rotz eh in den Bayrischen Wald zog. Auf unserem Weg in die Schweiz kamen uns dann ab München neue Zellen entgegen, welche gut strukturiert waren. Taupunkte und Wind waren gut -  so setzten wir erneut an. Eine Zelle bei Kaufbeuren versuchte sich im Aufbau zu einer Superzelle - wahrscheinlich ohne Erfolg. Ansehnlich war sie doch mit dem Häuslein :) Die Zelle verclusterte dann allerdings mit anderen Zellen, und so fuhren wir weiter nach Norden, Richtung Augsburg. Bei Kaufering / Königsbrunn konnten wir eine Linie mit Mesozyklone erhaschen: WAS EINE STRUKTUR! Böenfrontwirbel, Shelfcloud, Böenfront und Lichtstimmung, alles dabei. Was ein Tag! Danach war definitiv Ende für den Tag, und wir fuhren in die Schweiz.

Dann stand mein erstes Italien Chasing auf dem Plan. Vorgewarnt von meinen Freunden, dass dort üppige Verkehrsteilnehmer nur darauf warten dich ins Grab zu rasen sowie dass dort Gräben und Stromleitungen die Sicht versauen, ging es los. und ab Mailand durfte ich direkt in einem 2 spurigen Kreisverkehr 3 Lkws und 2 Autos nebeneinander fahrend sehen... OMG. Wir positionierten uns am Level 2 Gebiet, und warteten, und warteten.. An den Alpen vor uns im Norden ging ein Cluster hoch, der nach Nord gedrückt wurde mittels Südost Wind. Dieser Cluster bewegte sich eigenartig. und auch die Tower über uns wurden "zerschert". Da merkte ich, dass heute leider wohl Floppen wird, zumindest was das Level 2 angeht. Und so kam es auch: Alle Modellberechnungen wurden seit unserer Ankunft in Italien zurück gerechnet, und Frust breitete sich aus. Am späten Abend löste sich der Cluster langsam von den Alpen und zog nach Mailand, wo wir Ihn abfingen. Tolle Farben waren das einzige, was ich da beobachten konnte. Dann versuchte es eine Wallcloud, sie sah zunächst sehr toll aus, clusterte dann aber zwischen 2 Zellen ein. Der Hagelkern zeigte sich in einem extremen Türkis mit Sonne im Hintergrund. Wir fuhren dann weiter nach Südost, Cremona. Ab da kam dann nur noch Stau, Maisfelder und Mücken für uns in Frage. Wir brachen ab als es dunkel wurde, und fuhren in die Schweiz zurück. Doch dann scherte der Cluster von der Adria zu uns Hoch und zeigte noch wenige Blitze und eine Shelfcloud. Dieses Motiv wurde jedoch, durch Strommasten, Laternen etc zerstört. Anders gab es keine Möglichkeit zu Parken: Tiefe Gräben von 2 Meter, gefüllt mit Wasser, sind nicht deine Freunde in der Nacht. Alles in allem 100% Spaß mit den Freunden, aber auch 70% Flopp. Noch einmal Italien Flopp, und ich Streiche Italien aus meiner Chase Area. Zu teuer, zu weit und ich habe JETZT noch nach 3 Tagen allergische Reaktionen auf Mückenstiche!

Zum Thema Coronavirus: Desinfektionsmittel sowie Mundschutz waren Non Stop bei uns dabei. Abstand zu anderen Menschen und das Auslassen von Restaurants waren vor allem in Italien für unsere Sicherheit und Gesundheit ein Muss!


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