26.-28.6.20`: 4 Länder Chasing!

3 Tage Chasing - 3 Tage Leidenschaft.

Diese "Lage" war schwer kalkulierbar, so sah es die ganze Zeit gut für Frankreich aus. Nach meiner Berechnung gab es dort gute Scherung und die Hoffnung lag auf eine Superzelle zwischen Colmar und Montbeliard, ziehend in den Rheingraben. ABER wie so oft, kommt es anders: Wolkenreste eines Gewitterclusters aus vergangener Nacht versauten die konstante Einstrahlung, und irgendwie wollte auch nichts Heben. Einige Zeit musste verstreichen, als dann sehr weit südlich von uns eine Zelle auf dem Radar auftauchte, welche in den Jura zog. So verlagerten wir uns eine Stunde nach Ost in den Jura, was sich als sehr schwierig heraus stellte. Wir schafften es dennoch Nordöstlich vor die Zelle, welche dann eine sehr schöne Böenfront ausbildete. Der Hagelkern war auch gut sichtbar! Dieses Gewitter wurde später zum Unwetter mit Hagel, welches in Basel wütete. Danach sollte für uns nichts mehr gehen, mehrere Staus und sehr schnell ziehende Zellen machten der Tour dann ein jähes Ende am Freitag.

Samstag fuhren wir von der Schweiz aus sehr früh in Richtung Bern, wo sich bereits um 7 Uhr ein Gewitter abzeichnete. Dieses war strukturlos, und so fuhren wir mit vorne dran nach Nordost. Am Bodensee vorbei; das Gewitter war schon längst platt, ging es für uns nah bei Landsberg am Lech, wo die Scherung relativ gut simuliert wurde für den Nachmittag. Wir wählten einen Stanpunkt, wo wir sehr schnell in alle 4 Himmelsrichtungen verlagern könnten. Und so verlagerten wir uns schnell 100km nach Nord, als von Stuttgart kommend eine starke, teilweise rotierende Schwergewitterzelle Richtung Weißenburg zog. Als wir fast am Ziel waren, schwächte sie sich im Radar deutlich ab. Welch Ernüchterung! Doch dann ging aus dem alten Inflow Bereich eine rasante Neuentwicklung hervor, welche einen gut abgetrennten Aufwind hervorbrachte, mit eventueller Funnelcloud: https://www.youtube.com/watch?v=DWWh5R84qRc. Die Zelle ging dann aber auch wieder ein, aber Struktur war gut fürs erste! Dann sahen wir 3 Zellen im Triathlon nach Nord Nordost ziehen, kommend aus Baden-Württemberg. Mit dem Verdacht auf Superzellen fuhren wir den Gewittern entgegen. Die erste Zelle hatten wir nach 20 Minuten, und da war ganz klar eine LP-Superzellen Struktur erkennbar. Aufgrund der kurzen Lebensdauer war es jedoch keine Superzelle, aber sehr gut strukturiert mit Hagelkern! Wir hatten unsere Probleme, dieses Gewitter zu fotografieren, denn auf einem Feldweg griffen uns zahlreiche Ross-Bremsen an, so groß wie Kastanien. Da wir alle Allergiker waren, saßen wir im Auto, und versuchten auf dem Feldweg diese Viecher abzuhängen :D ABER diese plage kam uns tatsächlich einige Kilometer hinterher geflogen! Doch dann bin ich dennoch raus, zum fotografieren, und es klappte. Wir fuhren dann der nächsten Zelle entgegen. An dieser waren bereits einige bekannte Stormchaser von den Sturmjäger NRW und hatten Erfolg. Wir kamen an und die Zelle Scherte uns leicht nach Norden ab, jedoch konnten wir eine tolle Böenfront ergaunern. Danach war dann die Luft raus und wir fuhren zurück in die Schweiz und Ich nach Tuttlingen.

Sonntag, eigentlich nichts mehr vor gehabt, und total platt der letzten 2 Tage und Nächste mit wenig Schlaf, ging es dann doch noch einmal los. ABER alles Flopp in BaWü. Ich hatte die angebrachte Befürchtung, dass die Energie bereits von oben herab Kaltluft überströmt wird. So verlagerten wir uns in schwülere Taupunkt Gebiete bei Ulm, und fuhren zuletzt sogar gen Bodensee, Bregenz Österreich. Dort schaffte es eine Zelle mit Hilfe des Bodensee`s auszulösen. Wir stellten uns auf etwa 800m Höhe am Pfänder auf, und beobachteten eine tolle Böenfront und heftigen Regenkern. Der Versuch, eine Wasserhose auszubilden schlug fehl. Danach ging es noch in eine leckere Pizzeria und dann nach Hause.

Tolles Chasing mit tollen Leuten, wie immer! :)


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